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Thema Länder

Alles über deine Städte und Länder – wo starten wir?

„In New York, in diese Metropole komme ich immer wieder gerne zurück.“

Warum?

„2010 reiste ich erstmals nach New York. Ich habe mir gleich gedacht, wie geistesgestört ist es hier. Natürlich im positiven Sinne. Die Energie in dieser Stadt pusht einen.“

Wie gut kennst du New York City?

„Ich habe mir hier wirklich schon viel angeschaut. Vom Empire State Building bis zur Freiheitsstatue – die Locations sind wie im Film, alles wirkt surreal.“

In den Hamptons warst du ebenfalls. . .

„Dort habe ich mehrmals trainiert. Ich habe in den Hamptons einige Bekannte, die unmenschliche Anwesen mit Tennisplätzen besitzen. Ebenfalls eine wunderschöne Gegend mit irren Häusern, Strand und perfekten Restaurants. Ein teures Pflaster.“

Andere Lieblingsstädte in den USA?

„Dazu zählt zu 100 Prozent Miami. Das ist wahrscheinlich sogar die Stadt, in der ich insgesamt am längsten war. Begonnen hat alles bei der Orange Bowl in der U12.“

Erzähl!

„Damals habe ich erstmals Gabe Norona getroffen. Wir durften während der Orange Bowl in seinem Haus in Fort Lauderdale wohnen. Mit dem Papa bin ich nach Florida geflogen, wir haben uns ein Auto gemietet, leider gab es damals kein Navi. Stundenlang sind wir in der Gegend herumgeirrt, haben uns mindestens fünf Mal verfahren. Eine Odyssee, irgendwann nach Mitternacht kamen wir erst zu Gabe.“

Miami gefällt dir?

„Das Flair in dieser Stadt ist besonders, ein echter Melting Pot. Das permanente Sommer-Feeling heizt einen förmlich auf.“

Weitere US-Städte?

„Auch an Houston, Dallas, Washington, Cincinnati und Los Angeles habe ich viele Erinnerungen. Kalifornien hat ebenfalls viele Reize. Hollywood, Santa Monica Beach, der Walk of Fame – das hat was!“

Malibu?

„Faszinierend! Als ich erstmals dort war, dachte ich, ich bin in einer Traumwelt gelandet. Verständlich, dass in Malibu so viele Hollywood-Stars residieren.“

Welche Stadt in den USA willst du noch sehen?

„Unbedingt Las Vegas. Ich bin zwar kein Spieler, doch einmal muss ich diesen ganzen Casino-Wahnsinn sehen. Dort entspricht nichts der Normalität. Ein paar Tage in Las Vegas zu verbringen, hat wohl unendlichen Unterhaltungswert.“

Kannst du dir ein Leben in Amerika vorstellen?

„Nein, das würde nie in Frage kommen. Ich fühl mich in den USA wohl, doch nach ein paar Wochen freue ich mich umso mehr auf Europa und meine Heimat.“

Wie setzen wir die Reise fort?

„Wir fliegen nach Mexiko! Dieses Land bedeutet mir extrem viel. Ich hab dort so viele unvergessliche Momente erleben dürfen.“

Zum Beispiel deinen Triumph beim 500er in Acapulco. . .

„Ja, aber ich hole weiter aus. In der Junioren-Zeit habe ich dreimal den Klassiker in Yukatan gespielt, zweimal den Titel geholt. Ein unfassbar cooles Turnier. Nightsession, jeden Tag zwischen 1500 und 2000 Fans auf den Tribünen. Im November 2010 habe ich im Endspiel meinen Freund Dennis Novak in drei Sätzen bezwungen. Solche Matches vergisst man nie. . .“

Dominic Thiem im Central Park von New York

Warum läuft es für dich in Mexiko so gut?

„Das Leben dort ist so pulsierend, überall spürt man förmlich die Leidenschaft, dazu das gute Essen – vielleicht motiviert mich dieser mexikanische Cocktail. Acapulco ist ebenfalls mega-lässig, nicht nur weil ich dort gewonnen habe.“

Heiß her geht´s auch in Brasilien.

„Zu Rio de Janeiro habe ich eine besondere Verbindung. Von 2016 bis 2020 habe ich dort jedes Jahr gespielt, diese Stadt ist so berühmt und legendär.“

. . . und gefährlich?

„Ja, man muss immer ein wachendes Auge haben, wenn man in Rio unterwegs ist. Ich fahre deshalb nur mit den offiziellen Turnier-Autos durch die Gegend, am Abend muss man extrem aufpassen. Doch Rio hat so viele Schönheiten: Die Copacabana, den Zuckerhut, die extravaganten Häuser. Alles extrem sehenswert.“

Auf der Copa schon gekickt?

„Ja, mittlerweile habe ich in Rio schon einige Bekannte, auch mit Doppel-Spezialist Ricardo Mello war ich dort unterwegs. Man braucht eine Begleitung, die sich in dieser Stadt auskennt, sonst ist man dort schnell verloren. Die Lebensfreude in Brasilien ist wie in Mexiko riesig, auch die Begeisterung für den Sport. Auf der Copacabana wird rund um die Uhr Fußball gespielt, nicht einmal Temperaturen um 45 Grad sind dann eine Abschreckung. . .“

In Argentinien wird Sport ebenfalls zelebriert.

„Und wie! Buenos Aires zählt übrigens zu meinen Lieblings-Destinationen. Die Leute sind dort so aktiv und sportbegeistert. Die Tennismatches bei den 250er-Turnieren gehen bis in die Nacht, da ist es normal, dass man öfters um 2 Uhr in der Früh vom Klub wegkommt. Auf der Fahrt ins Hotel kommt man bei vielen Parks vorbei, dort geht es zu wie untertags. Ein Gejohle, Flutlicht, Matches – bis zum Frühstück wird in Buenos Aires gekickt.“

Ein Fußball-Erlebnis in Buenos Aires bleibt dir ewig in Erinnerung.

„Mit Diego Schwartzman haben wir vor einem Liga-Match im La Bombonera Fußball-Tennis gespielt. Mitten auf dem Feld, zigtausende Fans der Boca Juniors feierten schon auf den Rängen. Ein saugeiles Erlebnis, das man sich mit keinem Geld auf der Welt kaufen kann.“

"In Frankreich lief es für mein Tennis immer am besten!"

Andere Städte und Länder in Südamerika?

„Ich kann mich an eine turbulente Jugendtour 2009 erinnern. Silvester musste ich damals in Costa Rica in irgendeinem Krankenhaus verbringen. Lebensmittelvergiftung! Ich habe auch Venezuela besucht, den Karneval von Kolumbien in Barranquilla erlebt, Eindrücke in Ecuador und Peru gesammelt. Sportlich zahlte sich diese Tournee damals aus: Am Ende war ich erstmals für einen Grand Slam qualifiziert.“

Viele Eindrücke für einen Teenager.

„Wenn man Tennis auf so einem Niveau spielt, erlebt man viel. Das ist ein echtes Privileg. Ich habe als 18-Jähriger schon die ganze Welt gesehen – da lernt man viel fürs Leben.“

Warum hat Marokko für dich so eine Bedeutung?

„Sportlich klappte es für mich dort immer gut. Ich gewann in Marokko meine ersten beiden Futures. Und meine einzigen beiden Challenger-Turniere.“

Wie würdest du das Land beschreiben?

„Marokko hat viel Geschichte, eine abwechslungsreiche Landschaft, so viele einzigartige Plätze. Ich habe mich dort immer wohl gefühlt, die Leute sind sehr gastfreundlich und gut drauf.“

Dominic Thiem vor dem London Eye: „Eine absolute Weltstadt!"

Von Afrika nach Asien.

„Da gibt es viel zu berichten. Während meiner Junioren-Zeit spielte ich Bangkok, Kuala Lumpur oder Manila. Als Profi kamen Städte wie Chengdu, Schanghai, Tokio oder Peking dazu. Man könnte fast schon sagen, ich bin ein Asien-Experte.“

Dem auf diesem Kontinent lange die Erfolge gefehlt haben – oder?

„Leider! Ich habe dort nie wirklich angeschrieben, nie wollte es klappen. Bis ich 2019 in Peking meinen ersten Asien-Titel holen konnte. Das hat hoffentlich viel geändert, plötzlich spielte ich auch beim 1000er in Schanghai befreiter und besser auf.“

Deine Nummer-1-Stadt in Asien?

„Über Tokio geht nichts drüber, für mich eine der besten Citys auf der ganzen Welt. Extrem schön, grüne Gärten, viel Kultur, sauber, hervorragendes Essen und höfliche Leute. Tokio hat was!“

Du kennst die Attraktionen?

„Da denke ich sofort an das Gedränge bei der berühmten Shibuya Kreuzung. Einzigartig. So viele Leute, so viele verrückte Sehenswürdigkeiten, so großartige Aussichtspunkte – man braucht viel Zeit, um alles in Tokio zu erfassen. Diese Zeit hat man als Tennisprofi kaum. . .“

Die Asien-Tour verläuft sehr komprimiert.

„Nach ein paar Wochen im Herbst ist alles gleich vorbei, dann geht es zurück nach Europa. Doch der Tennismarkt auf diesem Kontinent hat sich extrem entwickelt, die Menschen lieben unseren Sport.“

Deine Asien-Ziele für die nächsten Jahre?

„Peking gab mir unerwartet großen Auftrieb, ich habe Lunte gerochen. Für weitere Trophäen aus China oder Japan hätte ich jedenfalls Platz daheim.“

Knapp hast du Jänner 2020 deinen ersten Grand Slam in Australien verpasst. Willkommen in Melbourne. . .

„Keine Diskussion, auch Melbourne zählt zu meinen wichtigsten Metropolen. Das hat rein gar nichts mit meinem Endspiel 2020 zu tun – sondern nur mit der Tatsache, dass in Melbourne überhaupt ein Grand Slam über die Bühne geht.“

Was sollte man über Melbourne wissen?

„Also… Melbourne liegt an der Südostküste Australiens, ist die Hauptstadt von Victoria. Ein nettes Stadtzentrum mit vielen Restaurants und Bars, der Yarra-Fluss steht für mich im Mittelpunkt. Wenn man eine Stunde mit dem Auto raus aufs Land fährt, kann man Koalas und Kängurus besuchen. Diese Natur-Zoos gefallen mir am besten.“

Der Unterschied zu Sydney?

„Die beiden Städte kann man kaum vergleichen. Sydney ist ein legendärer Platz, die weltberühmte Oper am Meer überstrahlt alles, das Viertel beim Hafen hat Kult-Charakter. Für uns Österreicher liegt Australien natürlich am Ende der anderen Welt, die Anreise ist mühsam. Dafür erlebt man im Jänner dort Hochsommer.“

Sommer? Das schreit doch nach Strand. . .

„Bondi Beach habe ich bereits besucht. Ein weißer Sandstrand, der zu Sydney gehört. Weltberühmt, weil der zuverlässige Wellengang täglich Tausende Surfer anzieht. Ein Natur-Paradies, dort kann man nur locker drauf sein. Ein magischer Platz.“

Du hast auch in Neuseeland gespielt?

„2015 in Auckland, leider in Runde eins gegen Jan-Lennard Struff mit 3:6 im dritten Satz verloren. Doch das Land hat mich beeindruckt. Von A bis Z. Für mich eines der schönsten Länder, eine gewaltige Natur, eine malerische Landschaft. Dort scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.“

Du hast Neuseeland also erkundet?

„Mit Ernests Gulbis habe ich einen einzigartigen Ausflug auf Waiheke Island unternommen. Sind einen Tag lang mit Mopeds die Insel abgefahren, Spaß pur, eine perfekte Ablenkung vor den Australian Open, um den Kopf frei zu bekommen.“

Das hört sich nach Urlaub an, doch den verbringst du eher auf den Malediven.

„Dort erlebt man das ultimative Urlaubsfeeling, davon konnte ich mich bereits zweimal überzeugen. Die Malediven gelten im Tenniszirkus als optimales Reiseziel, Ende November trifft man dort viele Kollegen. . .“

Dein bisher schönster Urlaub?

„Vielleicht nach dem Masters 2019 in Island. Eine spontane Reise mit meinem Bruder Moritz. Wir waren lange unterwegs, hatten keine einzige Meinungsverschiedenheit. Wir halten wirklich unglaublich zusammen!“

Warum Island?

„Das Hotel war traumhaft, die Landschaft atemberaubend. Wir waren beide geflasht. Spektakuläre Vulkane, Geysire, Thermalquellen und Lavafelder – man glaubt es kaum. Wir fuhren mit Quads die Gegend ab, man flog förmlich durch eine Filmkulisse. Wir gönnten uns auch eine Helikopter-Tour, solche Bilder merkt man sich ein Leben lang.“

Du liebst es in deinen Ferien ruhig?

„Mit Freunden spannte ich auch schon auf Sardinien, Mykonos oder Ibiza aus. Das hat ebenfalls Reize, doch Ruhe bevorzuge ich. Da schießt mir gleich ein Trip nach Sylt ein. Ebenfalls ein einzigartiges Gebiet, diese nordfriesische Insel kann man mit nichts vergleichen. Die langen Strände sind ideal zum Laufen, an den Dünen kann man sich nicht sattsehen.“

Bist du ein Deutschland-Fan?

„Ganz sicher sogar. Ich habe dort viele Freunde, eigentlich schon seit meiner Jugend. Die Turniere in Deutschland sind optimal organisiert, da gibt es nie Probleme. Hamburg, Stuttgart oder München, Tennis hat in diesen edlen Städten viel Tradition, das Publikum kennt sich aus.“

Deine Beziehung zu England?

„Dieses Land verbinde ich mit drei Themen: Wimbledon, Fußball und das Masters in London. England hat ein ganz eigenes Flair, viel Geschichte, an der Tradition und den Bräuchen kommt man nirgendwo vorbei.“

London ist für dich also nicht nur eine Fußball-Oase?

„Das ist eine Weltstadt wie New York. In London bekommt man einfach alles, die Stadt wird immer moderner, in der City dominieren die imposanten Prachtbauten. Alles extrem sauber, diszipliniert, doch es gibt auch ausgeflippte Vierteln. Unbedingt zu erwähnen: Die Begeisterung für sämtliche Sportarten ist grenzenlos. . .“

Madrid oder Barcelona?

„Würde ich mich spontan für Barcelona entscheiden. Eine pulsierende Stadt, wo man vom Zentrum aus in nur wenigen Minuten am Strand liegen kann. Die romantischen Gassen rund um La Rambla sind überragend, die Architektur überraschend und inspirierend. Ich habe das 500er-Turnier auf Sand 2019 für mich entschieden, das wird mich ewig an Barcelona erinnern.“

Machen wir einen Abstecher nach Italien. . .

„Darüber könnte ich ein eigenes Kapitel schreiben. In Porto San Giorgio eroberte ich meinen ersten internationalen Titel bei den Junioren. Ein stolzer Moment! In Como erreichte ich 2013 auf Challenger-Ebene mein erstes Endspiel, leider zog ich gegen Pablo Carreno Busta mit 2:6, 7:5, 0:6 den Kürzeren.“

In Rom hast du im Mai 2017 im Viertelfinale Rafael Nadal in zwei Sätzen vorgeführt.

„Eine unfassbare Partie, da spielte ich wie in Trance. Rom hat bei den Turnieren einen mörderisch hohen Stellenwert: Man hat auf dieser historischen Anlage engen Kontakt mit den Fans, die Stimmung auf dem Centercourt ist ein Hammer. Die Fans gehen komplett aus sich heraus, feiern enthusiastische Tennis-Partys.“

Dein liebster Platz in Rom?

„Keine Piazza in der Innenstadt, kein Restaurant und nicht einmal die Spanische Treppe. Ich würde auf Position eins den Showcourt mit den Statuen reihen. Es gibt keinen schöneren Tennisplatz auf der Welt.“

Zum Abschluss reisen wir nach Frankreich.

„In diesem Land lief es bisher für mich im Tennis am besten. Der französische Sand liegt mir, das konnte ich mehrmals beweisen. Turniersiege in Nizza und Lyon, zwei Endspiele bei den French Open. Irgendwann werde ich hoffentlich Roland Garros für mich entscheiden.“

Dein Erfolgsrezept für die French Open?

„Ich hatte in Roland Garros schon als Junior das Endspiel erreicht, als Profi beeindruckende Matches abgeliefert. Ich habe in Paris schon mehrere Monate meines Lebens verbracht, freue mich auf jede Rückkehr. Nach der Landung am Flughafen Charles de Gaulle blüht im wahrsten Sinne des Wortes mein Herz auf.“

Wie läuft dein Leben in Paris ab?

„Natürlich steht auch dort nur Tennis im Mittelpunkt, dennoch versuche ich abseits des Platzes viel Zeit in der Stadt zu genießen. Ich zeige meinen Freunden gerne die schönsten Plätze und Ecken, man entdeckt immer wieder neue Facetten. Irgendwie erinnert mich Paris immer wieder an Wien. Und Wien ist für mich die schönste Stadt der Welt.“

Du hast aber keinen Wohnsitz in Wien?

„Nein, aber ich lebe ja gleich in der Nähe. In Wien treffe ich meine Freunde, da kenne ich jeden Bezirk, fast jede Straße. Es gibt keine Unruhen, die Sicherheit ist vorbildhaft, man kann unbeschwert in der Nacht durch die Gassen schlendern. Wien gehört nicht umsonst zu den gefragtesten Plätzen der Welt.“